Starkes Signal unserer Schüler*innen für Münchens Olympiabewerbung

Der moderne Campus der Städtischen Berufsschule für den Einzelhandel Nord in der Riesstraße liegt in unmittelbarer Nähe zu den historischen Sportstätten der Olympischen Spiele von 1972 – der Geist von Olympia ist hier also noch spürbar. Passend dazu organisierte die Berufsschule einen Schul-Bürgerentscheid, bei dem alle Schüler*innen (abgesehen von den Abschlussklassen) – unabhängig vom Alter, der Herkunft und des Wohnorts – über eine mögliche erneute Olympiabewerbung Münchens abstimmen konnten.
Nach intensiver Vorbereitung, Diskussionen und Abwägungen im Unterricht durch die Lehrkräfte (auch im Rahmen von sog. „Verfassungsviertelstunden“) und einer authentisch gestalteten Wahl mit eigenem Wahllokal, eingesetzten Wahlhelfern und offiziellen Stimmzetteln, fiel das Ergebnis eindeutig aus: 71,8 % der Schüler*innen stimmten für eine erneute Olympiabewerbung Münchens, 28,2 % dagegen. Mit einer Wahlbeteiligung von beeindruckenden 96,4 % wurde zudem deutlich, dass junge Menschen sehr wohl bereit sind, sich mit kommunalpolitischen Themen auseinanderzusetzen und Verantwortung zu übernehmen.
„Das ist ein starkes Zeichen der jungen Menschen – unsere Schüler*innen zeigen, dass sie an der Zukunft ihrer Stadt interessiert sind und sich darüber hinaus bei politischen Entscheidungsprozessen aktiv einbringen und beteiligen wollen“, betont OStD Wolfgang Frietsch, Schulleiter der Städtischen Berufsschule für den Einzelhandel Nord.
Die Idee des Projekts war es, demokratische Prozesse erlebbar zu machen. So konnten die Schüler*innen nicht nur als Wählende aktiv werden, sondern darüber hinaus auch selbst Verantwortung als Wahlhelfer*innen übernehmen und somit die Wahlgrundsätze direkt erleben und auf deren Einhaltung achten.
„Uns war es wichtig, dass die Jugendlichen und jungen Erwachsenen nicht nur theoretisch über Demokratie sprechen, sondern sie praktisch erleben“, erklären die beiden verantwortlichen Lehrkräfte des Projekts Birgit Rilk und Thomas Bauer. „Solche Aktionen fördern Eigenverantwortung, Teamarbeit, Reflexionsfähigkeit und ein tieferes Verständnis für demokratische Vorgänge.“
Der Schul-Bürgerentscheid bildete einen idealen aktuellen Rahmen zum Thema Direkte Demokratie, in dem unter anderem die Bedeutung von Bürgerentscheiden und die historischen Bezüge zu den Olympischen Spielen 1972 dargestellt sowie die Pro- und Kontraargumente einer erneuten Bewerbung kontrovers in den Klassen diskutiert wurden. Hierbei kamen neben den Chancen der sportlichen Großveranstaltung durchaus auch mögliche Risiken und Bedenken zur Sprache.
Das klare Votum der Schüler*innen zeigt: Der Großteil der jungen Generation steht einer möglichen Olympiabewerbung Münchens aufgeschlossen gegenüber – und setzt damit ein positives Signal weit über die Schulgemeinschaft hinaus.
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Foto oben: Schulleiter Wolfgang Frietsch mit den beiden Projektinitiatoren Birgit Rilk und Thomas Bauer sowie den fleißigen Wahlhelfern Luis und Sebastian, die für einen reibungslosen Ablauf im Wahllokal sorgten.
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Dieser Artikel wurde auch in der Mitgliederzeitschrift des Verbandes der Lehrkräfte an Beruflichen Schulen in Bayern VLB-akzente (Ausgabe 02/2026, Seite 12) veröffentlicht:
https://online.fliphtml5.com/umfgr/02_2026/#p=12